von sera » 17.02.2010, 15:47
Ok, also liegts wohl am Cortison. Eine Sache der man noch nachgehen könnte, wäre wie das VK-Brot hergestellt wurde. Traditionelles Herstellungsverfahren ist die Sauerteigbereitung. Das erfordert viel Zeit, Wissen und Fingerspitzengefühl. Dabei werden alle antinutritiven Bestandteile des Korns durch die Mikroorganismen abgebaut. Übrig bleibt nur das Beste: hochmolekulare Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Mineralstoffe und Aromastoffe, die ebenfalls von den Baks produziert werden.
Aber Zeit ist Geld und gut ausgebildete Arbeitskräfte kosten Geld. Also hat man den Kunstsauer erfunden. Das heißt, das VK bleibt wie es ist, ungünstige Bestandteile bleiben enthalten. Im Falle der Phytinsäure komplexiert diese weiterhin Eisenionen und kann bei Vegetariern zu Mangelzuständen führen. Man gibt einfach nur extern produzierte Säure hinzu. Die kann auch von Bakterien stammen, die auf Nährböden zur Säureproduktion kultiviert werden. Diese Säure dient nur dazu, die Kohlenhydrate des Roggens backfähig zu machen (Vergleich Weizenbrot: backfähig durch Kleberprotein). Das geht alles ganz schnell und ohne, dass man sich groß drum kümmern müsste.
Die Verdaulichkeit von Natursauerprodukten ist besser, die Nährstoffe (wegen denen man ja das VK-Brot verzehrt) können besser vom Körper aufgenommen werden. Aber die meisten VK-Brote, die es zu kaufen gibt, entstehen nach dem Kunstsauerverfahren (wenn man in einer Bäckerei nachfragt, bekommt man meistens einen unübersichtlichen Ordner, da die Brote aus Fertigbackmischungen entstehen, das Verfahren muss aber erwähnt werden).
Eine Alternative wäre, sein Brot selber zu backen. Oder man probierts mit Mischbroten, die von vornherein besser verträglich sind.
Die Phantasie ist ein ewiger Frühling.
Schiller